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24.07.2012

Im Bau befindliche stationäre Anlage im H0-Maßstab nach Motiven der Rhätischen Bahn im Kanton Graubünden (Schweiz)












Zum Vorbild:
 
Die Rätische Bahn (RhB) nahm 1889 ihren Betrieb auf. In Graubünden betreibt sie ein etwa 300 km langes meterspuriges Netz. Auf ihm verkehren so bekannte Züge wie der Glacier- und der Bernina-Express. Aber auch der Güterverkehr spielt bei der RhB eine bedeutende Rolle. Elektrolokomotiven modernster Bauart werden eingesetzt, um den saisonal schwankenden Verkehr zu bewältigen. Am Albulapass ist der höchst gelegene Bahn-Scheiteltunnel Europas; die RhB-Bernina-Linie überquert die Alpen als höchstgelegene Bahn ohne Tunnel.
Neben dem aktuellen „Tagesgeschäft“ kommt aber auch die Nostalgie nicht zu kurz: Drei Dampflokomotiven aus der Anfangszeit der Bahn und diverse Ellok-Oldtimer sind immer wieder vor passenden, hervorragend renovierten Wagen im Einsatz.
 
Vorgeschichte zur Miga-RhB-Anlage:
 
In der Miga gibt es mehrere Mitglieder, für die die RhB mit ihrer „traumhaften“ Linienführung des Öfteren Ziel von „Eisenbahnerlebnisreisen“ war (und ist). So ist es weiter nicht verwunderlich, dass der Wunsch nach einer – teilweisen – Umsetzung der RhB ins Modell aufkam. Konkret wurde dieses Vorhaben, als Ende der 1970er Jahre die Firma Bemo die ersten Modelle nach RhB-Vorbild auf den Markt brachte. Zu Hause entstanden daraufhin bei einigen Mitgliedern RhB-Anlagen. Ursprünglich ein reines „Nischenprodukt“ fertigten immer mehr Hersteller, z. B. Ferro-Suisse, D+R, Modellbau-Atelier Pirovino, RhB-Lok- und Wagenmodelle, aber auch Zubehör wie Gleise und Fahrleitungen.
Ende 2009 wurde vom Obmann der Miga der Gedanke „ins Spiel“ gebracht, auch in den Clubräumen eine RhB-Anlage entstehen zu lassen. Nach längeren Überlegungen zum Konzept kam die Planungsphase. Erst entstand der Gleisplan und darauf aufbauend die Berechnung und Beschaffung des „Unterbauholzes“, sodass Ende Oktober 2010 die konkrete Bauphase beginnen konnte. Das Bahnhofsmodell „Filisur“ bestand bereits als Teil einer Heimanlage, die zu Gunsten der neuen Clubanlage abgebaut worden war. Auch ein weiteres Clubmitglied gab seine Heimanlage auf und stellte sein Gleismaterial ebenfalls zur Verfügung, ebenso sein im Bau befindliches Diorama „Brombenzviadukt“.
 
Zum Bau der Miga-RhB-Anlage:
 
Im Unterschied zu den anderen Miga-Anlagen im ersten und zweiten Stock handelt es sich bei der RhB-Anlage und eine Schmalspuranlage. Der Maßstab beträgt zwar auch 1:87, aber die Vorbildgleise haben nur 1m Schienenabstand (wie z. B. die Augsburger Straßenbahn), was im Modell 12mm Spurweite bedeutet.
In dieser Anlage sollen markante Stellen des RhB-Netzes nachgebildet werden. Allerdings war auch klar, dass diese markanten Stellen mit „künstlerischer Freiheit“ behandelt werden. So ist die Abfolge bzw. die Kombination nicht immer ganz vorbildgerecht. Zum Beispiel folgen bei uns der Toua-Kehrtunnel und der Viadukt „Albula III“ direkt auf den Bahnhof Stugl/Stuls.
Alle gut sichtbaren Gleisstrecken werden mit Selbstbaugleis aus dem Hause Ferro-Suisse gestaltet. Auf Brücken kommt das Bemo-/Shinohara-Gleis zum Einbau. Beide Gleissysteme haben ein 1,8mm hohes Schienenprofil. Für später nicht sichtbare Strecken und die drei Schattenbahnhöfe wurde vorhandenes Gleismaterial von Bemo, Tillig und Peco verwendet.
Die elektrische Steuerung wird sicher analog erfolgen. Für die Schattenbahnhöfe gibt es eine Automatik; in der „Endphase“ soll die Steuerung ein PC übernehmen. Passende Programme sind in der Entwicklungs- bzw. Testphase.