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12.09.2010

Personenbahnhof der stationären Anlage




Steuerung des Bahnhofsbereichs per PC


Steuerungseinschub - Schnittstelle zwischen PC und Anlage -


Aktuells Gleisbilder des Hauptbahnhofs

Personenbahnhof der stationären Anlage

Seit Frühjahr 2010 wird der Personenbahnhof der stationären Anlage bei MIGA mit einer neuen Steuerung betrieben. Die Steuerung ist ein Versuchsprojekt, mit dem untersucht werden soll, wie die stationäre Anlage in Ihrer Funktionalität erweitert und gleichzeitig modernisiert werden könnte.


Das Konzept

Bereits ein Jahr vor Inbetriebnahme der neuen Steuerung wurde mit den Konzeptentwürfen begonnen. Dabei wurde versucht, vielfältigste Ziele zu verwirklichen. Diese sind:

• Die Steuerung der Betriebsfunktionen des Bahnhofes muss digital mit einem PC erfolgen
• Die neue Steuerung muss sich in einem bestimmten Anlagenabschnitt in die bisherige komplexe Relais- und Elektroniksteuerung integrieren lassen
• Der Fahrbetrieb muss wie beim Rest der Anlage auch mit analogen Loks, möglich sein. Gleichzeitig soll das Fahrverhalten der Züge beim Anfahren und Bremsen möglichst der Charakteristik digital gesteuerter Fahrzeuge entsprechen
• Die neue Steuerung muss die besonderen Betriebsfunktionen der alten Steuerung, wie beispielsweise der Wendezugbetrieb mit analogen Loks unterstützen
• Die Steuerungselektronik mit Fahrregler und Belegtmelder soll dezentral an der Anlage platziert und angeschlossen werden
• Die Verbindung von dezentraler Steuerungselektronik und PC erfolgt mit einem digitalen Modellbahnbus

Die vielen und sehr speziellen Anforderungen an die neue Steuerung führten bald dazu, über eine Eigenentwicklung von Komponenten nachzudenken. Jedoch sind Eigenentwicklungen an Vereinsanlagen nicht ganz unumstritten. Hier gab es bereits unangenehme Erfahrungen mit individuellen Elektronikschaltungen, die wenig professionell ausgeführt und zudem unzureichend dokumentiert waren. Daher begannen wir Richtlinien festzulegen, welche die selbst entwickelten Komponenten für die stationäre Anlage erfüllen sollten. Dies sind:

• Verwendung einfacher Schaltungen aus Standardbauteilen mit hoher Verfügbarkeit
• Keine komplexen Speziallösungen, sondern Aufbau der Gesamtsteuerung mit möglichst immer gleichen Einzelbaugruppen
• Die Eigenentwicklung muss mit genormten Modellbahn Standardschnittstellen versehen sein. Somit wäre jederzeit das Zusammenspiel, bzw. Austausch mit gekauften Baugruppen gewährleistet (bei uns Selectrixbus)
• Professionelle Ausführung der Leiterkarten und Gesamtkomponenten
• Ausführliche Dokumentation der Baugruppen und Gesamtsteuerung
• Betriebszustände und Störungen der Baugruppen müssen leicht zu erkennen sein
• Einbau, Inbetriebnahme und Wartung der Komponenten muss von jedem Interessierten ohne weitere Spezialkenntnisse durchgeführt werden können


Die technische Realisierung

Aus den oben erwähnten Funktionsanforderungen der stationären Anlage sowie den Richtlinien für selbst entwickelte Komponenten ist ein dezentraler Steuerungseinschub entstanden. Unser Steuerungseinschub kann, wie in einem Lego Baukasten, aus wenigen Einzelbaugruppen einfach und flexibel zusammengestellt werden.

Der Steuerungseinschub verwaltet digital die Fahrstromversorgung, Gleisbelegtmeldung und Weichenansteuerung. Dazu werden die Einschübe dezentral an der Anlage montiert und sind über einen Selectrixbus mit dem Steuerungs-PC verbunden.

Verschiedenfarbige LEDs am Steuerungseinschub zeigen vor Ort den Betriebszustand der Anlagenelektronik, der Fahrregler oder Gleisbelegtmelder an.


Die Bedienung des Personenbahnhofes

Die Verwaltung der Betriebsabläufe erfolgt mit einem PC. Dazu ist auf zwei Bildschirmen der Gleisplan des Personenbahnhofs in Form eines Gleisbildstellwerkes dargestellt.

Wie beim wirklichen Vorbild können auf dem PC-Gleisbildstellwerk mit der Mouse unterschiedlichste Betriebsabläufe gesteuert werden. Dazu stehen dem Fahrdienstleiter verschiedene Bedienmöglichkeiten zur Verfügung. Dies geht vom Umschalten einzelner Weichen, über Zugfahrten durch Start- und Zieltaste bis zum vollautomatischen Fahrbetrieb. Weiterhin sind individuelle Rangierfahrten möglich.

Die vom Fahrdienstleiter am PC vorgegebenen Betriebsabläufe werden durch den PC und dem Steuerungseinschub automatisch auf der Anlage in vorbildgetreue Zugfahrten umgesetzt.


Spaß als Fahrdienstleiter für jedes Vereinsmitglied

Uns ist es wichtig, dass jedem interessierten Vereinsmitglied die Bedienung der Anlage möglich ist. Dazu ist lediglich eine kurze Einführungserläuterung notwendig. Hierfür liegt am Steuerungs-PC des Personenbahnhofs eine einfache Bedienungsanleitung aus. Bei Interesse bieten wir Ihnen gerne individuell eine persönliche Einführung an. Gerne stellen wir Ihnen die Bedienungsanleitung zur Information oder als Nachschlagewerk zur Verfügung.

Die neue Steuerung des Personenbahnhofs läuft seit einigen Monaten zuverlässig und hat bereits bei Ausstellungen und Vorführungen die Feuertaufe bestanden. Die vielfältigen Möglichkeiten für den Betrieb des Personenbahnhofes erfüllen inzwischen unsere Erwartungen.


Weitere Ausblicke

Im Augenblick ist bereits der nächste Versuchsabschnitt in Vorbereitung.

Mit großem Einsatz und vielen Arbeitsstunden wurde von Herrn Lesjak, Herrn Christians, Herrn Korhammer und weiteren Helfern das große Gleisbildstellwerk so verdrahtet, dass inzwischen alle Tischfelder mit digitalen Selectrix-Ein- Ausgabekarten der Firma MÜT verbunden sind. In Kürze sollen mit einer Selectrix-Datenleitung die digitalen Schnittstellenkarten des Stellwerks mit dem bisherigen Steuerungs-PC verbunden werden.

Damit ist der erste Schritt gelegt, um Fahrfunktionen des Personenbahnhofs, welche bisher über den PC-Bildschirm möglich sind, auch am echten Gleisbildstellwerk ausführen zu können.

Aktuell arbeiten vier Vereinsmitglieder am neuen Versuchsabschnitt (Hugo Lesjak, Karl-Heinz Christians, Christian Singer und Anton Wech).

Würden auch Sie gerne an diesen Aktivitäten mitwirken? Haben Sie Fragen, Ideen, Verbesserungsvorschläge oder Kritiken? Sprechen Sie uns einfach an! Wir freuen uns über Ihre persönliche Meinung und Rückmeldung.

Vielen Dank für Ihr Interesse
Anton Wech